Man unterscheidet in der Philatelie zwei grundsätzlich verschiedene Arten des Briefmarkensammelns, die klassische Philatelie und die Motivsammlung.
Klassische Philatelie
Bei der klassischen Philatelie beschäftigt man sich näher mit den Briefmarkenausgaben einzelner Staaten oder begrenzter Zeiträume (zum Beispiel Weimarer Republik).
Ein Philatelist achtet dabei besonders auf die qualitativ hochwertige Erhaltung seiner Sammelstücke sowie eine gute Strukturierung seiner Sammlung. In der klassischen Philatelie beschränkt man sich nicht nur auf das Sammeln von Briefmarken, denn es werden ebenfalls Belege wie Briefe oder Ganzsachen in die Sammlung aufgenommen. Der Sammler untersucht seine einzelnen Sammelstücke genauestens und achtet auf Besonderheiten. Zu den wichtigsten Besonderheiten zählen:
Besonderheiten der Briefmarke selbst
Bei den einzelnen Briefmarken wird vor allem auf Besonderheiten des Papiers geachtet. So gibt es zahlreiche Arten von Briefmarkenpapieren wie Faserpapier, Kreidepapier und Japanpapier; des Weiteren Briefmarkenpapier mit Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen, Lackstreifen, Fluoreszenz, Phosphoreszenz oder Hologrammen. Ferner kommt es vor, dass Briefmarken in verschiedenen Druckverfahren hergestellt werden, oder dass beim Druck Fehler wie beispielsweise Plattenfehler oder sonstige Abarten entstehen.
Auch die Rückseite der Briefmarke ist für den Philatelisten interessant, da es verschiedene Arten sowie Besonderheiten bei der Gummierung gibt, wie beispielsweise den Spargummi oder die Gummiriffelung. Auch auf die Zähnung beziehungsweise auf die Art der Trennung der einzelnen Briefmarken wird geachtet.
Postfälschungen und Spionage- und Propagandafälschungen genießen ebenfalls ein hohes Ansehen bei den Philatelisten.
Besonderheiten der Entwertung
Philatelisten interessieren sich meist für die Art der Entwertung der Briefmarke, da es neben dem Poststempel zahlreiche andere Entwertungsmöglichkeiten für Briefmarken gibt. Sonderstempel sowie Ersttagsstempel werden von Philatelisten gesondert bewertet.
Besonderheiten der Frankatur
Bei den Belegen wie Briefen oder Ganzsachen, die der Philatelist in seine Sammlung aufnimmt, achtet er besonders auf die Art der Frankatur. Man unterscheidet Einzelfrankaturen, Mehrfachfrankaturen sowie Mischfrankaturen, für die meistens verschiedene Preisansätze gelten. Eine vor allem in Frankreich beliebte Sonderform der Frankatur ist die Maximumkarte. Hier wird die Marke auf die Bildseite einer Ansichtskarte geklebt, die genau dieselbe Szene darstellt wie die Briefmarke.
Spezialsammler
Spezialsammler haben sich auf einen ganz bestimmten Zeitraum oder eine ganz bestimmte Serie spezialisiert. Sie versuchen, durch Glück, Spürsinn und gezielte Käufe ihre Sammlungen zu vervollständigen. Vor allem in Deutschland sind sehr beliebte Spezialgebiete die Briefmarkenausgaben der Zeit der deutschen Hochinflation nach dem Ersten Weltkrieg oder die Bautenserie der Amerikanischen und Britischen Besatzungszone sowie die DDR-Fünfjahrplan-Serie nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem die Bautenserie bietet Unmengen von verschiedenen Abarten, Druckfehlern und Zähnungsunterschieden.
Motivsammlungen
Beim Motivsammeln sammelt man Briefmarken aus aller Welt mit einem bestimmten Motiv; dadurch unterscheidet es sich von der klassischen Philatelie. Der Vorwurf mancher klassischer Philatelisten, beim Motivsammeln handle es sich nur um ein Anhäufen von Briefmarken, ist mit nichts zu begründen. Motivsammler versuchen genau so ernsthaft, möglichst viele Marken und Sätze ihres Sammelgebiets zu erhalten und zu dokumentieren. Sehr viele Philatelisten sammeln neben ihrem klassischen Thema noch ein oder mehrere Motivgebiete.
Bei Briefmarkenausstellungen sind Präsentationen von Motivsammlungen häufig interessanter und beliebter als klassische Sammlungen. Dies hängt damit zusammen, dass der klassische Sammler konkrete Themen, wie beispielsweise „100 Jahre Automobilbau“ oder „Olympische Spiele“, nur sehr eingeschränkt präsentieren kann. Der Motivsammler hat dagegen genau zu seinem Sammelgebiet umfangreiches Material. Seit Briefmarkenkataloge im Internet online eingesehen werden können und auch entsprechende Suchfunktionen vorhanden sind, haben Motivsammler erstklassige Möglichkeiten, nach Marken ihres Spezialgebiets zu suchen.
Probleme haben Motivsammler seit vielen Jahren, weil insbesondere Entwicklungsländer Briefmarken speziell zu beliebten Motivthemen auflegen, um entsprechende Verkaufseinnahmen zu erzielen. In der Regel sind diese Marken frankaturgültig und damit reguläre Briefmarken.
Seit dem Jahr 2000 ist verstärkt zu beobachten, dass Briefmarkenfälschungen zum Verkauf gebracht werden. Die Fälschungen werden insbesondere unter dem Namen von Ländern verkauft, in denen die staatliche Ordnung zusammen gebrochen ist, wozu mehrere afrikanische Länder gehören. Über verschiedene Internetauktionshäuser werden zudem zahlreiche Produkte mit Bezeichnungen von russischen Gebieten - oft mit dem Zusatz „Regionalmarken“ - angeboten. Hergestellt werden diese im philatelistischen Sinn wertlosen Fälschungen in professionellen Druckereien; sie sind von echten Briefmarken daher nicht zu unterscheiden.
(Quelle: wikipedia.org)




